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170 Jahre Stiftung Großheppacher Schwesternschaft - Feierliche Einweihung der Gedenktafel am ersten Mutterhaus
Trotz des ungemütlichen Regenwetters fanden sich am frühen Abend des 21. Oktober zahlreiche Interessierte in der Grunbacher Straße 22 in Großheppach ein. Sie wollten bei der Enthüllung eines Hinweisschildes dabei sein, das künftig an den Standort des ersten Mutterhauses der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft erinnert. Dabei ergab sich eine bemerkenswerte Parallele zur Geschichte des Hauses: Fast auf den Tag genau vor 171 Jahren, am 18. Oktober 1855, war Wilhelmine Canz ebenfalls bei Sturm und Regen in Großheppach angekommen und hatte dort im darauffolgenden Jahr 1856 die erste Kleinkinderpflege eröffnet.
Marion Dippon, die heutige Besitzerin des Hauses, ließ sich sofort von der Idee eines Hinweisschildes auf die erste Bleibe von Wilhelmine Canz begeistern. Ihr selbstgebauter Gartenzaun eignete sich bestens für die Befestigung und sich wunderte sich, dass man diese Idee nicht schon längst verwirklicht hatte.
In einem anschließenden Beisammensein an wunderbar gedeckten Tischen im wenige Meter entfernten Wilhelmine-Canz-Zentrum warfen Oberin Dr. Antje Fetzer-Kapolnek und der ehemalige Vorstand der Großheppacher Schwesternschaft, Gottfried Mohr, einen Blick auf vergangene Zeiten. Dabei beschrieb Fetzer-Kapolnek die Bedeutung der zielstrebigen und durchsetzungsstarken Wilhelmine Canz als Vorbild für viele andere Frauen und Gottfried Mohr stellte dem interessierten Publikum sehr unterhaltsam die ersten Bewohnerinnen des Hauses vor.
An dem Haus in der Grunbacher Straße 22 liest man nun auf einer Gedenktafel:
Hier nahm die Großheppacher Schwesternschaft ihren Anfang. Von 1856 bis 1860 war dieses Haus das erste Mutterhaus der von Wilhelmine Canz (1815-1901) gegründeten Gemeinschaft. Hier lebten und lernten die ersten sieben Kleinkinderpflegerinnen. Die Gemeinschaft wuchs. Ab 1860 zogen sie in das zweite Mutterhaus, das sich auf dem Gelände des Wilhelmine-Canz-Zentrums befand.
Mit ihrem Dienst an Kindern und Familien leisteten die Großheppacher Schwestern einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Kindergartenarbeit in Württemberg.
Die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft hat heute ihren Sitz in Beutelsbach. Aus der Schule für Kleinkinderpflege ist die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt hervorgegangen, die heute Erzieherinnen und Erzieher ausbildet.






