Sprachförderung für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner

„Es herrscht Pflegenotstand in Deutschland.“ Meldungen, die wir täglich aus Presse, Funk und Fernsehen kennen. Mehr qualifiziertes Pflegepersonal wird gebraucht, daher liegt es nahe, dass wir auch Menschen mit Migrationshintergrund für diesen Beruf begeistern und ausbilden möchten.

Doch für den Bildungs- und Ausbildungserfolg spielen die sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler in Pflegeberufen eine große Rolle. Mehr denn je, nachdem seit dem 1. Januar 2020 die Pflegeberufe in eine generalisierte Pflegeausbildung (Alten-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) zusammengefasst worden sind. Diese bundesweit einheitlich geregelte sogenannte „generalistische Pflegeausbildung“ wird, gemäß dem Pflegeberufereformgesetz, das die Bundesregierung im Jahr 2017 erlassen hat, jetzt auch an unserer Evangelischen Pflegeschule umgesetzt.

Die Evangelische Pflegeschule Weinstadt hat den Transformationsprozess von staatlich geprüfter Altenpflegeschule zur Pflegeschule erfolgreich gemeistert und wird im April 2020 mit dem ersten Kurs mit Ausbildungsziel staatlich geprüfte/r Pflegefachfrau, Pflegefachmann beginnen.

Ohne ausreichende Sprachkenntnisse und ohne vertiefte Fähigkeiten zum Textverstehen, ist und wird ein qualifizierter Ausbildungsabschluss in einem Pflegeberuf nicht möglich sein. Dies gilt für die angehenden Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sowie für den Helferberuf Altenpflegehelfer/in.

Doch jetzt sind mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung die Anforderungen an die Sprachkenntnisse gestiegen, da ein noch umfassenderes medizinisches Wissen vermittelt werden muss, was eine zusätzliche Steigerung fachwissenschaftlicher Begriffe bedeutet. Das ist sachlich angemessen, doch insbesondere für Nichtmuttersprachler eine zusätzliche Hürde.

Die generalistische Pflegeausbildung hat auch eine neue Organisationsform: nicht mehr hauptsächlich im eigenen Ausbildungsbetrieb, sondern an vielen Praxisorten (Krankenhaus, ambulanter Dienst, Kinderkrankenhaus, Psychiatrie). An allen Praxisorten haben die Auszubildenden Kontakte mit Patienten und Angehörigen. Jedes Mal ist Sprachfähigkeit, das Verstehen-Können und sich verständlich Ausdrücken-Können, eine grundlegende Voraussetzung, um angemessen auf die Bedürfnisse der Klienten einzugehen.

Die sprachlichen Voraussetzungen der Auszubildenden haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Dies ist in allen Fächern und Handlungsfeldern der Pflege zu spüren. Vielen Schülerinnen und Schülern, die sich im Alltag ohne Probleme verständigen können, fehlt es an schulsprachlichen Fähigkeiten. Ihnen fällt es schwer, im Unterricht Sach- oder Lehrbuchtexte sinnverstehend wahrzunehmen, fachsprachliche Texte zu verfassen, dem Unterrichtsgespräch zu folgen oder Unterrichtsinhalte sinnerfassend mitzuschreiben. Dies gilt für Schüler/innen mit und ohne Migrationshintergrund.

Schülerinnen und Schüler ohne Deutsch als Muttersprache, müssen bis zum zweiten Ausbildungsjahr ihre sprachlichen Fähigkeiten so weiterentwickeln, dass sie Sprachniveau B2 erreichen.

Dieser Anspruch ist ausbildungsbegleitend nicht leicht zu erreichen, selbst bei entsprechender Unterstützung durch einen sprachsensiblen Unterricht. Die bildungssprachlichen Lücken können nur bedingt innerhalb des Fachunterrichts geschlossen werden. Hierfür braucht es zusätzliche Maßnahmen, mit denen die Schülerinnen und Schüler sprachlich gezielt gefördert werden können. Diese Aufgabe möchte die Evangelische Pflegeschule im Rahmen von zusätzlichem Sprachunterricht erfüllen.

Um das Projekt im kommenden Schuljahr in unserer Pflegeschule 2021/2022 starten zu können benötigen wir 7000 Euro pro Schuljahr. Der Hauptposten sind dabei die Honorare für Lehrkräfte und ein kleiner Teil entfällt für Lehrmittel.

Bitte unterstützen Sie uns. Vielen Dank!

Spendenkonten sind:

SWN Kreissparkasse Waiblingen
IBAN: DE03 6025 0010 0001 0007 55
SWIFT-BIC: SOLADES1WBN

oder

Evangelische Bank
IBAN: DE76 5206 0410 0000 4066 19
SWIFT-BIC: GENODEF1EK1

Ausdruck vom 31.03.2020
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Telefax 07151 99 34-50
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