Vier Stiftungen ermöglichen Sprachförderung für KiTa-Fachkräfte an der Evang. Fachschule für Sozialpädagogik

Sprache öffnet Augen und Türen – werden Sie Augen- und Türöffner!

„Komm, ich lese Euch etwas vor!“ Rayni setzt sich zusammen mit Hanna und Luca in die Leseecke und liest den beiden aus einem Bilderbuch vor. Die kleine Hanna hat viele Fragen zu den Bildern. Rayni erklärt dem Mädchen, was die Figuren im Bilderbuch machen. Rayni möchte besser Deutsch können. Sie stammt aus Bolivien. Ihre Muttersprache ist Spanisch. „Ich bedaure sehr, dass meine Eltern mich nicht zweisprachig erzogen haben“, klagt die 21-Jährige, „denn mein Vater ist Deutscher, meine Mutter Bolivianerin. Zuhause haben wir allerdings nur spanisch gesprochen.“

Rayni ist Schülerin an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik. Nach dem Berufskolleg stand für sie fest, Erzieherin zu werden. Rayni unterhält sich mühelos mit Lehrern und Mitschülern. Doch ihr fehlen wichtige Fachwörter, die sie im Unterricht braucht.

„In unserer Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik lernen auch junge Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Ihnen fehlen oft die schulsprachlichen Fähigkeiten. Das heißt, sie können sich im Alltag ohne Probleme verständigen, doch fällt es ihnen schwer, im Unterricht Sach- oder Lehrbuchtexte sinnverstehend wahrzunehmen, fachsprachliche Texte zu verfassen, dem Unterricht zu folgen oder Unterrichtsinhalte sinnerfassend mitzuschreiben. Schülerinnen und Schüler ohne Deutsch als Muttersprache, so verlangt es die Schulordnung, müssen bis zum zweiten Ausbildungsjahr ihre sprachlichen Fähigkeiten so weiterentwickeln, dass sie das Sprachniveau B2 erreichen", erklärt Andreas Lorenz, Pädagogisch-administrativer Schulleiter der Evang. Fachschule für Sozialpädagogik.

„Ohne vertiefte Fähigkeiten zum Textverstehen ist ein Ausbildungsabschluss nicht möglich. Dies gilt für angehende pädagogische Fachkräfte in besonderer Weise; denn diese sind für die ihnen anvertrauten Kinder wichtige Sprachvorbilder. Sie sollen die Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung fördern und Eltern im Rahmen der Erziehungspartnerschaft beraten, auch im Blick auf die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder", ergänzt  Dr. Axel Bernd Kunze, Pädagogisch-didaktischer Schulleiter der Evang. Fachschule für Sozialpädagogik.

Das Projekt mit einem Volumen von 40.000 Euro wird über drei Jahre hinweg durch die Vector Stiftung, die Schweizer Ehmann Stiftung Savognin, die LBBW Stiftung und aus Spenden- und Fördermitteln der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft unterstützt. Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender, die das Projekt unterstützen. Weitere Infos daszu hier.

Eine wissenschaftliche Begleitung durch die die Pädagogische Hochschule Ludiwgsburg ist geplant.

Projektstart ist zum Schuljahr 2020/2021.

Dokumente & Links

Ausdruck vom 30.11.2020
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