08.04.2019Stiftung Großheppacher Schwesternschaft

Südkonferenz des Kaiserwerther Verbandes deutscher Diakonissen-Mutterhäuser

Unter der Überschrift „Tradition – Chance oder Hemmschuh auf unserem Weg in die Zukunft?“ tagten die Leitungen der süddeutschen Mutterhäuser des Kaiserswerther Verbandes im Mutterhaus der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft in Weinstadt-Beutelsbach.

Die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten das Treffen am 4. und 5. April zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Angeregt durch zwei Impulsvorträge diskutierten sie, welche Rolle Tradition und Gründungsfiguren für die Entwicklungen von tragfähigen Zukunftskonzepten spielen können. Kirchenrat Reinhard Lambert Auer, Kunstbeauftragter der Evangelischen Landeskirche Württemberg, führte in seinem Vortrag aus, wie sich der Kirchenraum als Versammlungsraum im Laufe der Jahrhunderte wandelte. „Kirchenräume sind immer Spiegel ihrer Zeit und sprechen die Sprache der Epoche, in der sie entstanden. Der evangelische Kirchenbau setzte schon bald auf das gemeinsame Hören und auf gemeinschaftsfördernde Zweckmäßigkeit“, erklärte Reinhard Lambert Auer und untermauerte seine Thesen mit Aufnahmen von Innenräumen von Kirchen, beginnend bei der frühchristlichen Basilika bis hin zu Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel die Stadtkirche von Leutkirch oder die Ludwigsburger Kreuzkirche. Aufgrund schwindender Zahlen von Kirchenmitgliedschaften beschäftigt sich die Evangelische Landeskirche mit der Frage: „Was machen wir mit unseren Kirchen?“ Bei der sensiblen Entscheidung, welcher Weg der richtige sei - Umbau, Verkleinerung, Umnutzung oder sogar Verkauf oder Abriss - gelte es, neben der Bausubstanz immer den spezifischen regionalen und quartiersmäßigen Kontext zu beachten, in dem das Kirchengebäude stehe. Denn meist seien tiefe persönliche Empfindungen oder Erinnerungen mit Kirchenbauten verbunden, die es zu berücksichtigen gelte, so Auer.

Einen Einblick, wie Industrieunternehmen sich im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation bewegen, gab Dr. Rolf Burlander. Als ehemaliger Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereiches Mobility Solutions wies er auf die nach wie vor wichtige Rolle der Gründerfigur Robert Bosch hin. „Zukunft braucht Herkunft. Nur wenn ich weiß, woher ich komme, kann ich tragfähige Ideen für die Zukunft entwickeln.“ Diese Aussage untermauerte er mit einem Blick auf die Wurzeln des schwäbischen Familienunternehmens, habe doch Robert Bosch erkannt, wie man den „Wesenskern“ und die „Wertesysteme“ in Veränderungen mitnehme. So habe Bosch das Wissen von hochspezialisierten Unternehmen der Textilindustrie auf der Schwäbischen Alb oder Schweizer Uhrenmanufakturen genutzt und mit der Erfahrung der angestammten Belegschaften neue Industriezweige aufgebaut. „Innovation sichert das Überleben von Unternehmen“, erklärte Dr. Burlander. Daher sei es immer eine wichtige Aufgabe von Leitungen, den Innovationsgedanken in eine Organisation hineinzutragen. Die Umsetzung erfordert allerdings einen Prozess, der nach seiner Erfahrung langwierig sein kann, aber nur durch Partizipation der Mitarbeiterschaft zum Gelingen führt. Bei Dienstleistungsunternehmen liegt die Innovation in der kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse, denn hier steht die Zufriedenheit des Kunden im Mittelpunkt. Dr. Burlander ist der festen Überzeugung: „Tradition und Erneuerung ist kein Widerspruch. Man muss die richtige Balance zwischen beiden finden.“ Um Entscheidungen zu treffen, mit welchen Veränderungen ein Unternehmen auf sich wandelnde Märkte reagieren muss, braucht es Antworten auf die Fragen: „Wer sind wir? Wozu sind wir da? Was können wir? Was wollen wir, und was ist unser Wertesystem?“

Öffentlichkeitsarbeit

Ausdruck vom 18.09.2019
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