03.03.2016Evang. Fachschule für Altenpflege

Generalistische Pflegeausbildung

In der Pflegeausbildung stehen große Veränderungen an, die voraussichtlich bis 2019 umgesetzt werden sollen. Aus diesem Anlass lud unsere Evang. Fachschule für Altenpflege am 24. Februar zu einem Intotag ein. Die Referenten, Herr Andreas Boecker und Frau Ute Reichelt vom Bundesamt für Familie und zivilrechtliche Aufgaben (Referat 406) informierten über die grundsätzlichen Änderungen im Gesetzentwurf „Generalistische Pflegeausbildung“. In einer übersichtlichen Power-Point-Präsentation wurden die wichtigsten und interessantesten Änderungen zusammengefasst dargestellt und erklärt.

Aus dem Vortrag Herr Boecker

Es ist geplant, dass die bisherigen Berufsbezeichnungen für die Pflegeberufe durch die Berufsbezeichnung „Pflegefachmann“ bzw. „Pflegefachfrau“ ersetzt werden. Die Berufsbezeichnungen „Altenpfleger/in“ bzw. „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ bzw. „Kinderkrankenpfleger/in“ wird es dann nicht mehr geben. Vom Gesetzgeber wird eine enge Kooperation der Einrichtungen in der praktischen Ausbildung mit den Pflegeschulen erwartet - die praktischen Einsätze (Ausbildungsplanung Praxis) sollen künftig durch die Betriebe organisiert werden.
Die Praxisanleitung sollte 10 % der Ausbildungszeit (Praxisstunden) betragen. Unklar bleibt noch, wie die Praxisstunden in der Kinderpflege organisiert werden können und ob die Einrichtungen die Praxisanleitung durch ausgebildete Praxisanleiter leisten können. Die Praxisanleiter werden evtl. erweitert ausgebildet (statt 200 Stunden evtl. 400 Stunden) – die Refinanzierung über den Ausbildungsfonds wird noch diskutiert.

Aus dem Vortrag Frau Reichelt

Frau Reichelt stellte die Änderungen betreffend des Finanzrahmens dar. Es wird ein Ausbildungsfond angelegt, aus dem die Ausbildungsvergütungen usw. ausgeschüttet werden. Parallel zur generalistischen Ausbildung werden Studiengänge gefördert. In Tübingen ist der Start eines entsprechenden Studiengangs im Wintersemester geplant. Der Studiengang ist für den Direkteinstieg nach dem Abitur konzipiert. Helferausbildungen bleiben weiterhin durch die Bundesländer geregelt. Die Ausbildungsdauer und der Lehrplan sind noch nicht geklärt.

Nach den Vorträgen fand ein interessanter Austausch statt. Die betroffenen Praxisanleiter, Pflegedienstleiter, Heimleiter und andere Fachkräfte äußerten Bedenken betreffend dem bürokratischen Mehraufwand, der auf die Einrichtungen zukommt. Die Frage, ob die Pflegeausbildung für die Altenpflegeeinrichtungen noch attraktiv sein wird, wurde kontrovers diskutiert. Offen bleibt, wer den organisatorischen Mehraufwand abdeckt. (Marianne Siegle)

Ausdruck vom 24.11.2017
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