22.10.2017Evang. Fachschule für Sozialpädagogik

Wahlpflichtfach Literacy U3 – Spielerische Sprachförderung für die Kleinsten

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse PIA 3 in der Blockwoche vom 18. bis 22. September mit einem neuen Profilbereich der Fachschule beschäftigt. Unter der Leitung von Frau Schlenker soll mit dem Wahlpflichtfach Literacy U3 die Ausbildung im Bereich der Pädagogik mit Kindern unter drei Jahren weiter gestärkt werden. Im Mittelpunkt dieser Unterrichtswoche sollte vor allem das persönliche Erproben und praktische Ausprobieren von verschiedenen Vermittlungsmethoden im Bereich der Literacy-Erziehung für Kinder dieser Altersstufe stehen.

Am ersten Tag stand allerdings zunächst eine theoretische Einführungsphase auf dem Programm: Die Wiederholung der Sprachentwicklung bei Kindern bis zum dritten Lebensjahr als Grundlage für die Erarbeitung der Kriterien von Literacy-orientierten Kitas und insbesondere als Grundlage für die Spezifizierung der Möglichkeiten der Literacy-Erziehung im U3 Bereich. Hier war auch der nötige Raum, um die persönlichen Erfahrungen einzelner Schülerinnen und Schüler in angeregter Diskussion zum gegenseitigen Austausch zu bringen.

Am folgenden Tag hatte die Klasse zunächst die Gelegenheit in der umfangreichen Materialsammlung zum Thema zu stöbern. Anschließend stand nach einer Einführung durch die Dozentin Stationen-Arbeit in Kleingruppen auf dem Tagesprogramm: Erzählen mit dem Kamishibai und mit Geschichtensäckchen, Dialogische Bilderbuchbetrachtung, Fingerspiele, Reime, Bewegungsspiele und Übungen zur Mundmotorik, Märchenerzählen für die Allerkleinsten, Übungen zum professionellen Vorlesen und freien Erzählen. All diese Möglichkeiten der Literacy-Erziehung konnten die einzelnen Gruppenmitglieder selber praktisch ausprobieren und sich gegenseitig vorführen. Konkrete Aufgaben und Zielvorgaben, die erledigt werden sollten, führten zu teils intensivem und fachlich fundiertem Austausch auf hohem Niveau, so dass sich die Schülerinnen und Schüler für die Arbeit an der einen oder anderen Station noch mehr Zeit gewünscht hätten…

Die beiden nächsten Tage waren für die Erarbeitung der Präsentationsaufgabe zum Thema „Darstellendes Erzählen“ als ein Teil des geforderten Leitungsnachweises reserviert. Die einzelnen Gruppen waren in unterschiedlicher Intensität damit beschäftigt, Texte auszuwählen, umzuschreiben oder sogar selber zu schreiben. Die Darstellungsform wurde überlegt und musste eigens hergestellt und aufgebaut werden: schlichte Pappkartons wurden zu Bühnen umgestaltet, Koffer als Spielplattform zum Leben erweckt, Geschichtensäckchen wurden gefüllt, Bärenwelten entstanden, ein altes Tischgestell wurde als Rahmen für ein Spinnennetz genutzt, neue Kulissenbilder für das Kamishibai gezeichnet… Zur Auflockerung und Entspannung wurde die hochkonzentrierte Arbeit immer wieder durch gemeinsam durchgeführte Fingerspiele, Bewegungsspiele und Sprechübungen unterbrochen.

Genügend Klassenzimmer standen ja zur Verfügung, so dass die „Ergebnisse“ schließlich in den drei Räumen des Anbaus am Donnerstag vor Ende des Unterrichts den Kolleginnen und Kollegen der Fachschule und den verbliebenen Schülerinnen und Schülern der Klasse PIA 2 in Form einer Ausstellung quasi als „Generalprobe“ präsentiert werden konnten.

Die eigentlichen Präsentationen im Klassenverband bildeten am Freitag den wirklich krönenden Abschluss dieser für alle Seiten durchaus arbeitsintensiven Woche. Bei einer Neuaufnahme würden sich die Schülerinnen und Schüler gerne zusätzlich ein altersgemäßes Publikum wünschen – sei es durch den Besuch eigener Kinder bzw. Enkelkinder, oder durch die Einbindung von Kindern aus „unserem“ benachbarten Kinderhaus – um noch mehr Praxisnähe zu spüren und um spontanes Feedback der eingeplanten Altersgruppe zu erhalten.

Diese Anregung wird die betreuende Dozentin sehr gerne aufnehmen, um dadurch gleichzeitig die von Fachschule und Kinderhaus gewünschte Zusammenarbeit weiter auszubauen und auf lange Sicht zu intensivieren. Gespräche mit Frau Hummel sind diesbezüglich angedacht.

Für dieses erste Mal müssen sich die Schülerinnen und Schüler mit der praktischen Durchführung und Dokumentation eines Angebots aus dem Bereich der Literacy-Erziehung in ihren jeweiligen Einrichtungen begnügen.

Ein noch zu planender gemeinsamer Besuch eines für die Altersgruppe U3 passenden Theaterstücks beim „Theater in der Badewanne“ soll den Schülerinnen und Schülern eine weitere Möglichkeit für die gezielte Sprachförderung bei den Kleinsten vorstellen.

Eine ganze Schulwoche, so waren sich fast alle Beteiligten einig, ist eben einfach doch zu wenig Zeit, um ein pädagogisches Fachgebiet in seiner Gesamtheit zu erarbeiten!

 

Ute Schlenker

Dokumente & Links

Ausdruck vom 19.12.2018
Oberlinstraße 4
71384 Weinstadt-Beutelsbach
Telefon 07151 99 34-0
Telefax 07151 99 34-50
Bitte aktivieren Sie JavaScript!
www.grossheppacher-schwesternschaft.de